Ermekeilkarree: Mehr Raum für neue Ideen!

Ermekeilkaserne in Bonn

Im Rahmen meiner BonnTour2020 habe ich heute mit Daniel Rutte die Ermekeilinitiative an der Bonner Reuterstraße besucht. Seit über 20 Jahren gibt es dort eine Gruppe von – wie ich finde – sehr leidensfähigen Männern und Frauen, die ein Konzept für die Nachnutzung der Ermekeilkaserne entwickelt haben und weiterhin hoffen, dass die Stadt dieses wunderbare Gelände kauft und für die Bürger*innen in der Umgebung nutzbar macht.

Seit 2016 wird ein großer Teil der ehemaligen Kaserne als Erstunterbringungseinrichtung für Geflüchtete genutzt, ein weiteres Gebäude hat das Bundesamt für Migration und Flucht (BAMF) angemietet. Noch ist nicht klar, wie lange die Gebäude für diese Zwecke gebunden sind. Mittlerweile muss sich die Initiative damit arrangieren, länger als gedacht im Stadium der „temporären Zwischennutzung“ zu verhalten

Bedingt durch die Umnutzung des Geländes hat sich die Initiative auf dem von ihr genutzten Areal von ursprünglich 8.000 auf wenige Hundert Quadratmeter „zurückgeschrumpft“ und organisiert unter anderem ein Repair Café, ein wöchentliches gemeinsames Abendessen, teilweise auch gemeinsam mit den Nachbar*innen aus der Geflüchtetenunterkunft (nach Corona seit 10. Juni 2020 wieder aktiv, wenn auch in verkleinerter Form) und die temporäre Nutzung als Gartenprojekt/Urban Gardening für Menschen, die etwa 1 m² große Holzkübel für ihren Eigenbedarf mit Obst, Gemüse oder auch Blumen bepflanzen wollen. Von ursprünglich mitgenutzten Gelände der Erstunterbringung und des BAMF trennt sie jetzt ein massiver Stahlzaun. Dies ist nicht nur hässlich, sondern vermittelt auch ein Gefühl des Weggesperrtseins – getrennt von den geflüchteten Menschen auf der anderen Seite, die durch diesen Zaun ebenfalls in gewisser Weise eingesperrt sind.

Die Verhandlungen der Stadt Bonn mit der Bundesimmobilienanstalt (BIMA) zum Erwerb des Ermekeil-Areals scheinen schon seit geraumer Zeit ins Stocken geraten zu sein. Warum? Man weiß es nicht. Es wäre ein unglaublicher Gewinn für die Südstadt und weit darüber hinaus, wenn die Stadt Bonn diese einzigartige Fläche mitten in der Stadt endlich erwerben und damit den Weg zur Entwicklung öffnen würde. Für mich ist es eines meiner Herzensprojekte für die kommende Wahlperiode im Bonner Rat, das zu erreichen.

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