MIGRApolis: Haus der Vielfalt in der Stadt der Vereinten Nationen

Unter dem Motto „Vielfalt kommt an“ betreibt das Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V. das MIGRApolis – Haus der Vielfalt in der Bonner Brüdergasse. Es versteht sich als Ort der Begegnung und Beratung ebenso wie als Zuhause von Migranten-Selbstorganisationen.

Das komplizierte Geflecht an beteiligten Organisationen lässt die Gruppe stark anwachsen, die sich am MIGRApolis trifft. Neben Dr. Hidir Celik, dem Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) nehmen auch Pfarrer Dirk Voos, dem Beauftragten des Evangelischen Kirchenkreises für Migrations- und Flüchtlingsarbeit und Christian van den Kerckhoff, Geschäftsführer des BIM an unserem Austausch teil. Von der Ratsliste der Grünen zur Kommunalwahl sind außer mir noch Tala Hariri und Nihat Mert dabei, die in unterschiedlicher Weise mit Flucht und Migration befasst sind.

Zunächst entwirren uns die drei Herren das komplizierte Geflecht an Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Organisationen, deren Aushängeschild das Bonner MIGRApolis ist. Wir erfahren, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte hier in unterschiedlichster Weise eine Anlaufstelle finden. Im Mittelpunkt stehen Bildung und Beratung für Einzelpersonen, beispielsweise im Blick auf den deutschen Behördendschungel, in dem sich nicht nur Zugewanderte leicht verlaufen können. Hier finden auch unterschiedliche Organisationen der Migranten-Selbstvertretung ein Zuhause. Die Vereine können hier die Infrastruktur eines Büros nutzen und erhalten Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln. Auf vielfältige Weise, beispielsweise durch Projekte der Jugendhilfe und andere Unterstützungsangebote, leistet das MIGRApolis einen wesentlichen Beitrag dafür, dass Menschen aus vielen Kulturen sich begegnen und in Deutschland als (neuem) Zuhause ankommen können. So entsteht eine Gesellschaft, „die Vielfalt lebt und schätzt“, wie es auf der Webseite des MIGRApolis heißt.

Wir erfahren von der Bedeutung, die die Zusammenarbeit des MIGRApolis mit den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und Gemeinden hier in Bonn hat. Dabei komme auch Konflikte der Religionen untereinander zur Sprache, die aus den Ursprungsländern hierher nach Deutschland gebracht werden. Mitgebrachte Konflikte zwischen Türken und Kurden, zwischen Aleviten und Sunniten oder auch traumatische Erfahrungen während der Flucht verschwinden nicht alleine dadurch, dass Menschen hier heimisch werden.

Ein wesentliches Ziel des MIGRApolis ist, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ihre Interessen selbst vertreten und aktiv werden. In dieser Hinsicht versteht das Haus mit seinen Mitarbeitenden seine Arbeit als Empowerment, also als Unterstützung und Stärkung der Selbstvertretung.

Gefragt, welche Unterstützung wir aus der Kommunalpolitik dabei leisten können, wird deutlich, dass es vor allem darum geht, Präsenz zu zeigen, die Themen von Migrantinnen und Migranten zu vertreten und die Menschen, die im MIGRApolis aktiv sind, in der Stadtgesellschaft sichtbar zu machen. Das nehmen wir gerne mit.

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