Über den Tellerrand: Internationale Jugendgemeinschaftsdienste

Seit mehr als 70 Jahren machen sich die internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) für Jugendliche stark. Durch unterschiedliche Angebote für Freiwilligendienste im In- und Ausland erhalten hauptsächlich junge Menschen bis 26 Jahren die Möglichkeit, für sich und ihren beruflichen Lebensweg Orientierung zu finden und dabei andere Menschen in vielfältigen Lebenssituationen und teilweise auch anderen Kulturen kennenzulernen. Eine Lebensphase, die man nie vergisst.

Ein Zufallsbegegnung im Internet führt zu einem spannenden Austausch zwischen Clara Hennes und mir von der Grünen Ratsliste und Elly Bijloos und Arno Thomas von der Bonner Geschäftsstelle der ijgd. Wir sitzen im Außenbereich eines Bonner Cafés und unterhalten uns intensiv über die Möglichkeiten des guten alten Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und seines jüngeren Bruders, des Bundes-Freiwilligendienstes (BFD). Hauptsächlich gedacht für junge Menschen an der Schwelle von der Schule zum Berufsleben oder Studium nehmen heute zunehmend auch ältere Menschen im Ruhestand oder „Mittelalte“ nach der Familienphase oder in einer Phase der beruflichen Umorientierung diese Angebote wahr. Die ijgd verstehen sich dabei als Vermittler oder „Makler“ zwischen den Organisationen, bei denen die jungen Menschen eingesetzt werden, und den Jugendlichen selbst. Diese werden während ihrer Einsatzzeiten betreut, besuchen Workcamps im In- und Ausland und werden je nach Einsatzort und Einsatzlänge umfassend begleitet.

Mich hat überrascht, wie vielseitig diese Dienste sein können. Bei einer Einsatzdauer von unter drei Wochen bis weit über einem halben Jahr können sich die Jugendlichen entscheiden für die klassischen sozialen Einrichtungen oder Bildungsträger, aber auch für einen ökologischen Dienst, einen Einsatz im Denkmalschutz oder – geliebtes Kind der hiesigen Geschäftsstelle – bei politischen Trägern, Stiftungen und Fraktionen. Bei Auslandseinsätzen Jugendlicher in über 100 Ländern auf allen Kontinenten arbeiten die ijgd mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und unterstützen deren Arbeit. So werden unnötige Konkurrenzen vermieden und das Know-how der Partner umfassend genutzt.

Bei der spannenden Frage, inwieweit bei so viel Internationalität die Kommune für die ijgd als Partnerin überhaupt interessant sein könnte, sind wir schnell bei den politischen Diensten und der Möglichkeit, bei örtlichen Abgeordneten in Land, Bund oder Europa, in der Stadtverwaltung oder bei den Ratsfraktionen Einsatzmöglichkeiten zu finden. Auch ein Kontakt in die Partnerstädte der Kommune wäre für Auslandseinsätze durchaus interessant. Die Verbindung mit den unterschiedlichen Netzwerken der Berufshilfe oder der Jugendhilfe in der Kommune kann die Arbeit der ijgd zusätzlich unterstützen.

Für mich war dieses Gespräch ein sehr interessanter Blick über den Tellerrand der eigenen kommunalen Arbeit hinaus. Und doch sieht man auch hier, wie wichtig die Vernetzung mit den lokalen Einrichtungen und Organisationen ist, denn auch diese unterstützt die Arbeit international aktiver Organisationen auf ihre ganz eigene Weise.

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